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Der Musikverein Kirchzarten in der Presse

Bericht in der Badischen Zeitung vom Open Air Konzert 2017

Bezaubernde Melodien unter freiem Himmel

Musikverein Kirchzarten begeistert die Zuhörer mit Liedern aus Musicals beim Openair-Konzert in der Talvogtei.

KIRCHZARTEN. Der Vorhof der Talvogtei in Kirchzarten ist ein idealer Ort, um sich in andere Welten entführen zu lassen. Und so war es auch am Pfingstsamstag, an dem der Musikverein wieder einmal Mut bewiesen hat und dafür auch belohnt wurde. Trotz prophezeiten Wolkenbrüchen hielten die Musiker am Openair-Konzert fest und das Wetter hielt tatsächlich, ohne dass auch nur ein Zuhörer einen Tropfen abbekam.

Damit konnte die "Nacht der Musicals" zu etwas Außergewöhnlichem werden – auch oder gerade wegen dem tollen Ambiente, das das alte Gemäuer versprüht. Gekommen waren viele. Es waren nur noch wenige Plätze übrig und alle waren in froher Erwartung dessen, was die Musiker an diesem Abend präsentieren würden. Zumal es ja auch erst das dritte Konzert unter der Leitung von Dee Boyd war, die seit September 2016 den Taktstock beim Musikverein Kirchzarten übernommen hat. Man war also gespannt, wie die erfolgreichen Auftritte beim Jahreskonzert und beim Cäciliengottesdienst in der Talvogtei ihre Fortsetzung finden würde.

Zunächst war das Jugendorchester an der Reihe, dass Boyd ebenfalls musikalisch leitet. Die Jugendlichen hatten sich mit drei durchaus anspruchsvollen Stücken – unter anderem den Highlights aus dem Dschungelbuch – schon mal viel vorgenommen und präsentierten eindrucksvoll ihr Können und damit die Berechtigung, im "Vorprogramm" der Aktiven Musiker spielen zu dürfen.

Als diese dann den Hauptpart des Abends eröffneten, wurde gleich klar, dass es ein besonderes Konzert werden würde. Nur die drei Schlagzeuger nahmen ihre annähernd gewohnten Plätze ein und das Publikum war schon etwas verwirrt. Wo sind denn die anderen Musiker? Als dann die ersten Töne angespielt wurden, war klar, dass die Marschmusik "Song of the Navy" auch praktisch umgesetzt wurde. Von zwei Seiten kamen die Musiker einmarschiert und spielten das Stück, das 1945 als Filmmusik zum in Deutschland eher unter dem Titel "Urlaub in Hollywood" bekannten Film komponiert wurde. Nachdem die Musiker ihre angestammten Plätze eingenommen hatten, durften die Zuhörer das Orchester auf die Reise ins Land Oz begleiten. Dorothy und der Zauberer von Oz begaben sich auf die Suche nach Herz, Mut und Verstand. Tobias Janz, der in gewohnter Weise die Moderation übernommen hatte, veranschaulichte auf witzige Art, wie der ängstliche Löwe, der vermeintlich herzlose Blechmann und die strohdumme Vogelscheuche dabei eine tragende Rolle spielten. Alle, ob man nun die Geschichte kannte oder auch nicht, ließen sich musikalisch verzaubern und in das ferne Land entführen.

Genauso spannend und dennoch ganz anders war die Auswahl aus dem Musical "Les Miserables". Denn die gesellschaftspolitische Handlung mit ihren Irrungen und Wirrungen gibt es immer wieder in der Musik zu sehen und vor allem zu hören. "Grease" brachte anschließend endgültig den Sommer nach Kirchzarten, das Musical "Chicago" wartete mit grandioser Musik auf und der "König der Löwen" spricht für sich selbst. Die eingängigen Melodien von Elton John sind weltbekannt und wurden vom Orchester erstklassig inszeniert.

Es war daher mehr als nachvollziehbar, dass die Zuhörer die Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne ließen. Die Australierin Dee Boyd, mit der der Musikverein Kirchzarten sicherlich einen Glücksgriff gemacht hat, wurde dabei ebenso begeistert gefeiert, wie alle Musiker, die an diesem Abend wieder einmal eine tolle musikalische Darbietung erbracht hatten.

Bericht in der Badischen Zeitung vom Herbstkonzert 2016 - 1. Konzert mit der Dirigentin Dee Boyd

Bum-Bum-Tschak begeistert alle

Beim Jahreskonzert des Musikvereins Kirchzarten mit ausgesuchten Olympia-Hymnen darf ein Queen-Medley nicht fehlen.

KIRCHZARTEN. Schwungvoll, differenziert in der Gestaltung und voller Spielfreude präsentierte sich der Musikverein Kirchzarten beim ersten Konzert mit der neuen Dirigentin Dee Boyd im Kirchzartener Kurhaus. Tobias Janz führte humorvoll durchs Programm "Der olympische Geist". Die Beiträge der Jugendkapelle wurden von den Jugendlichen selbst souverän anmoderiert.
Mit dem "Beetle Boogie" von Dick Ravenal eröffnete die Jugendkapelle cool und rhythmisch sicher den Konzertabend. Besonders hervorzuheben ist das sicher und lässig durchgespielte Bassmotiv im Tenorhorn, das als Basis für alle anderen Register fungierte. Beim "Olympic Tune" von Thomas Berghoff überzeugten die Kids mit ihrer warmen, sauberen Tongebung, mit der sie mancher Erwachsenenkapelle "die Butter vom Brot" spielen könnten. Ein Queen-Medley begeisterte das zahlreich erschienene Publikum, den vom Jugendorchester mit Klatschen und Patschen eingeleiteten Bum-Bum-Tschak-Beat übernahm das Publikum dabei gern. Insgesamt präsentierte sich die Jugendkapelle auf einem hohen Niveau hinsichtlich Intonation, Rhythmik, Aufmerksamkeit und Spielfreude, was auf eine klasse Jugendarbeit in Kooperation mit der Jugendmusikschule Dreisamtal schließen lässt.

Nach einer Umbaupause übernahm das Hauptorchester und zeigte sich mit Dee Boyd trotz der Kürze der gemeinsamen Probenarbeit (Dee Boyd ist erst seit September Dirigentin des Musikvereins) bereits als zusammengewachsenes Ensemble. Musikalisch überzeugte der Musikverein bei allen gewählten Stücken absolut, besonders gut standen dem Hauptorchester jedoch die Stücke jenseits des klassischen Musikvereinsrepertoires. Natürlich können die Kirchzartener Märsche spielen, aber sie können noch viel mehr. Souverän und begeisternd gestalteten sie Tempi-, Charakter- und Registerwechsel und schufen vielseitige, abwechslungsreiche Klänge.

Tobias Janz ließ in seiner kurzweiligen Moderation kaum eine Gelegenheit aus, zu betonen, dass der Musikverein nun von einer Frau, einer Dirigentin, geleitet werde. Neben kalauerhaftem "Die Männer im Orchester schauen jetzt mehr nach vorn" und Spekulationen über die wahre Motivation der Männer im Publikum (sind gekommen, um einer jungen Frau beim Dirigieren zuzusehen), brachte er den Dreisamtälern wortspielreich den ungewöhnlichen Namen "Dee" (klingt nach "Die") näher. Was er dabei lobend über "die Dee, die kann die Dinge differenzieren" sagte, gilt ebenso für das Hauptorchester. Facetten- und farbenreich, durchlässig und aufmerksam gestaltete das Ensemble die vielseitigen Stücke. Das Dirigat von Dee Boyd war klar und präzise, die Einsätze gab sie auf den Punkt und nahm ihren Klangkörper immer mit. Mal ließ sie das Blech rau scheppern, mal majestätisch schmettern, gleich darauf entlockte sie den Spielern warme, weiche Klänge. Der Kontakt zu den Schlagwerkern war durchgehend da, sodass das rhythmische Fundament des Orchesters immer exakt zum Dirigat passte. Die Holzbläser waren jederzeit gut zu hören und spielten ihre Melodien sorgsam aus.

Einen leicht negativen Beigeschmack hinterließ lediglich die (wohl der eigenen Begeisterung geschuldete und damit schon fast entschuldbare) übertriebene Betonung der Weiblichkeit der neuen Dirigentin durch den Moderator.